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Gegen die Feindschaft. Bedeutung und Aktualität von Ideen und Initiativen zur Verständigung mit den Nachbarn

Contribution by Basil Kerski

Durch die russische Invasion in die Ukraine und die Millionen von ukrainischen Flüchtlingen in Polen rücken die polnisch-ukrainischen Beziehungen in den Mittelpunkt des Interesses der europäischen Öffentlichkeit. Die polnisch-ukrainischen Beziehungen sind heute ein wichtiger Baustein des Friedens im östlichen Mitteleuropa. Zudem ist die Qualität der Partnerschaften Polens mit Deutschland und Litauen entscheidend für die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union angesichts des Ukraine-Krieges.

Im 20. Jahrhundert waren Polen und Ukrainer Partner und Feinde. Die Beziehungen zwischen diesen Nationen waren in den letzten hundert Jahren ähnlich wie die deutsch-polnischen oder polnisch-litauischen geprägt von Krieg, Gewalt, Terror, Grenzrevisionismus, aber auch von Verständigung und Versöhnung.

Dass die polnisch-ukrainischen und deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert eine positive Richtung einschlagen konnten, ist maßgeblich den Intellektuellen der polnischen Exil-Zeitschrift Kultura zu verdanken. Die in Frankreich bis 2000 von Jerzy Giedroyc herausgegebene Zeitschrift leistete einen entscheidenden Beitrag zur Verständigung und Befriedung der Beziehungen Polens zu allen Nachbarn. Giedroyc bezeichnete seine Zeitschrift als ein „Laboratorium politischen Denkens“. Dieses Laboratorium, dieser Think Tank beeinflusste ganze Generationen polnischer Intellektueller, Künstler und Politiker und hat Polens Verhältnis zu den Nachbarn entscheidend geprägt.

In seinem im Rahmen des Forschungskolloquiums des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien aufgenommenen Vortrag stellt Basil Kerski, Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums, die modellhaften Ideen und Initiativen der Kultura vor und zeigt ihre Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Nachbarschaften in der Mitte Europas auf.

Das Forschungskolloquium des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien dient der Diskussion neuerer Forschungsansätze und Methoden der interdisziplinären Polenstudien. Polenstudien werden hier als integraler Teil einer regional aufgestellten Ostmitteleuropaforschung verstanden. Ziel ist ein umfassendes Verständnis – historischer wie aktueller – gesellschaftlicher, ökonomischer und kultureller Prozesse in Polen vor einem europäischen wie globalen Hintergrund. Diese Auffassung von Polenstudien setzt eine interdisziplinäre Herangehensweise voraus. Das Frankfurter Zentrum ergänzt die traditionell eher geisteswissenschaftlich geprägte Polenforschung durch wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ansätze und Methoden.

Redaktion Pol-Int

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