#zostajemywdomu: Oberschlesien virtuell

Schlesischen Hiphop entdecken, ein gutbürgerliches Stadthaus besuchen und Stanisław Szukalskis Skulpturen bewundern – damit, und noch vielen weiteren virtuellen Attraktionen, erwartet Euch Oberschlesien

Schlesisches Museum in Kattowitz. Foto: Ziemowit Cabanek, CC BY-NC 2.0

Schlesisches Museum in Kattowitz. Foto: Ziemowit Cabanek, CC BY-NC 2.0

Bei der Exkursion „Die vergessene Grenze wiederentdecken. Eine Spurensuche von Danzig bis Oberschlesien" kam das Pol-Int Team selbst in den Genuss das Muzeum Śląskie w Katowicach zu besuchen. Aus erster Hand können wir versichern, dass Ihr von diesem modernen Museum in den Gebäuden eines ehemaligen Bergwerkes nicht enttäuscht werdet. Vorerst könnt Ihr über Euren PC-Bildschirm einen Blick in die Ausstellung werfen. Sowohl Teile der Dauerausstellung, als auch zwei Sonderausstellungen „Zajawka. Śląski hip-hop 1993-2003" (Schlesischer Hiphop 1993-2003) und „Perspektywa wieku dojrzewania. Szapocznikow – Wróblewski – Wajda" (Perspektive Jugendalter. Szapoczników – Wróblewski – Wajda) sind von Zuhause aus zugänglich. Anlässlich des „Dzień Wolnej Sztuki" (Tag der langsamen Kunst, aus dem engl.: Slow Art Day) am 25. April, regen die Museumsmitarbeiter*innen mit konkreten Fragen die Auseinandersetzung mit ausgewählten Objekten der Sammlung an. Auf der Website sind ebenso Artikel zu bestimmten Themen zu finden, z.B. über Medizinischen Dienst in alten Fotografien oder über Ostertraditionen, illustriert mit Fotos der Exponate. Die Online-Suchmaschine der Sammlung lässt uns tief in die schlesische Geschichte, Kultur und Kunst eintauchen. Darüber hinaus hält das Museum ein einzigartiges Angebot bereit – online Vorträge zu Kunst in polnischer Gebärdensprache! Und dank der Aktion „Kultura z dostawą do domu" (Kulturlieferung nach Hause) könnt Ihr Museumspublikationen 50% günstiger erwerben.

Ehemalige Bergarbeitersiedlung Nikiszowiec in Kattowitz. Foto: Ludwig Schneider, CC BY-SA 3.0

Ehemalige Bergarbeitersiedlung Nikiszowiec in Kattowitz. Foto: Ludwig Schneider, CC BY-SA 3.0

Und wenn wir schon Zuhause sitzen müssen, warum nicht mal schauen, wie die Bürger*innen Ende des 19. Und Anfang des 20. Jahrhunderts lebten? Dazu ist der virtuelle Rundgang des Muzeum Historii Katowic hervorragend geeignet. In der Zeit bis zur Wiedereröffnung kann man sich online mit den Ausstellungen an allen Standorten vertraut machen. Persönlich empfehlen wir den Besuch der Ethnographischen Abteilung in Nikiszowiec, die das Alltagsleben der Schlesier*innen im 20. Jahrhundert erfahrbar macht. Auf dem Facebook Profil werden regelmäßig Filme von Museumsveranstaltungen und Führungen durch die Ausstellung geteilt, außerdem gibt es einige kostenlose Publikationen.

Stanisław Szukalski: Denkmal für Bolesław Śmiały (Bolesław den Kühnen). Die Skulptur befindet sich in der Sammlung des Muzeum Górnego Śląska in Bytom

Stanisław Szukalski: Denkmal für Bolesław Śmiały (Bolesław den Kühnen). Die Skulptur befindet sich in der Sammlung des Muzeum Górnego Śląska in Bytom

Das Muzeum Górnego Śląska w Bytomiu wartet mit einem vielfältigen Angebot auf, die Ausstellungen online mit Kurator*in zu besichtigen. Der polnische Bildhauer Stanisław Szukalski kommt Euch spanisch vor? Als Einführung können wir den faszinierenden Dokumentarfilm „Ein ewiger Kampf: Leben und Kunst des Stanisław Szukalski" von 2018 empfehlen. Der Film bietet eine gute Ergänzung zur Besichtigung der Ausstellung „Migawki z Galerii Malarstwa Polskiego – Stanisław Szukalski. Oprowadzanie kuratorskie online" (Schnappschüsse aus der Galeria Malarstwa Polskiego – Stanisław Szukalski. Online Kuratorenführung). Auch das Museumsinnere und Teile der Dauerausstellung sind einen Blick wert. Auf der Facebookseite gibt es noch allerhand zusätzliches Material zu finden, u.a. etwas zu Frauengeschichten in Verbindung mit den Schlesischen Aufständen. Für die Vertiefung dieses Themas empfiehlt sich die Lektüre von Joanna Luseks Buch „Zanim nastała Polska… Praca społeczna kobiet w okresie powstań i plebiscytu na Górnym Śląsku. Wybór relacji" (Bevor es Polen wurde… Frauen im Dienste der Gesellschaft zu Zeiten der Aufstände und Volksabstimmung in Oberschlesien). Die Jubiläumspublikation beinhaltet Erinnerungen von 60 Frauen, aus den Jahren 1919–1921.

2. Auflage der Publikation „Die vergessene Grenze. Eine deutsch-polnische Spurensuche von Oberschlesien bis zur Ostsee“

2. Auflage der Publikation „Die vergessene Grenze. Eine deutsch-polnische Spurensuche von Oberschlesien bis zur Ostsee“

Weitere interessante Artikel zum Thema der Grenzziehung zwischen Polen und Deutschland in Oberschlesien nach dem Ersten Weltkrieg findet Ihr im Sammelband „Die vergessene Grenze. Eine deutsch-polnische Spurensuche von Oberschlesien bis zur Ostsee" die vor kurzem in der 2. Auflage erschien. Die polnische Übersetzung wird demnächst veröffentlicht.

Zusammengestellt von Aleksandra Polkowska. Übesetzt von Antje Wilke

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