Artykuł

Piotr Forecki (2019)

Ein Museum des Einvernehmens und der öffentlichen Diplomatie: das »Museum für die Polen, die während des Zweiten Weltkrieges Juden gerettet haben - Museum für die Familie Ulma«

Czasopismo Polen-Analysen
Numer/tom 240
Ilość stron 2-6

ISSN: 1863-9712

Der Autor beschreibt den öffentlichen Diskurs über die Rettung von Juden durch die polnische Mehrheitsbevölkerung im von Deutschen besetzten und terrorisierten Polen während des Zweiten Weltkrieges als Geschichte einer Instrumentalisierung. Die begann demnach unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und wird seit einigen Jahren intensiviert. Die polnischen Institutionen vermitteln das Bild einer weitverbreiteten Sympathie und Unterstützung für die Judenrettung in der polnischen Zivilbevölkerung und sehen es als ihre Aufgabe an, dem Bild eines in Polen verbreiteten Antisemitismus mit unterschiedlichen Mitteln entgegenzutreten. Das im März 2016 von Präsident Andrzej Duda eröffnete »Museum für die Polen, die während des Zweiten Weltkrieges Juden gerettet haben – Museum für die Familie Ulma« sieht er als ein »Museum der öffentlichem Diplomatie«, das die Vielfalt der Haltungen der ihrerseits von den Deutschen terrorisierten polnischen Nachbarn gegenüber ihren jüdischen Nachbarn nicht thematisiert.

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