Praca zbiorowa

Danuta Gwizdalanka (2017)

Danuta Gwizdalanka: Der Verführer Karol Szymanowski und seine Musik

Wydawnictwo Harrassowitz
Miejsce wydania Wiesbaden
Ilość stron 292
Seria Polnische Profile
Język Niemiecki

ISBN: 978-3-447-10888-1

„Wir wissen, daß Polen uns zwei große Menschen gab: den elegischen Ekstatiker Chopin und den ekstatischen Elegiker Szymanowsky", schrieb 1920 der Musikkritiker Hans Heinz Stuckenschmidt und fügte hinzu: „Seine Persönlichkeit ist unter den neuen Musikern die schärfst profilierte." Wer war der Schöpfer der ekstatischen Mythen und der rätselhaften Oper König Roger? Warum waren seine Werke für viele Jahrzehnte aus dem deutschen Musikleben verschwunden?

Danuta Gwizdalanka zeigt bei Szymanowski in verschiedenen Rollen und Situationen. Mit der Familie – als liebender Sohn und fürsorglicher Bruder. Unter Freunden – immer in Erwartung von Interesse und Hilfe. Unter den ihn (vergebens) anhimmelnden Frauen – und im dionysischen Gefolge „wunderbarer Jünglinge".

Diese Porträtgalerie wird ergänzt durch eine Darstellung seiner bedeutendsten Werke sowie eine Beschreibung seines verschlungenen künstlerischen Wegs, auf dem Szymanowski seine Zuhörer vom Wiener Expressionismus über orientalisch inspirierte Sensibilität und in Byzanz wurzelndem Pathos bis hin zu einer Vitalität führte, mit der ihn die Bergbewohner der Tatra angesteckt hatten.

Besonders ausführlich kommen die langjährigen Kontakte Szymanowskis nach Deutschland zur Sprache – vom Debüt mit den Berliner Philharmonikern bis hin zur unfreiwilligen Verwicklung in den „Fall Furtwängler" dreißig Jahre später. Im Hintergrund der Erzählung über den narzisstischen Komponisten, dem die Natur sowohl riesiges Talent als auch Abneigung zur regelmäßigen Arbeit mitgegeben hatte, erstreckt sich das Panorama Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ein Kontinent der Kriege, Revolutionen und Grenzverschiebungen.

Danuta Gwizdalanka, geboren 1955 in Posen, Musikwissenschaftlerin. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen ein vierbändiges Lehrbuch für Musikgeschichte, ein Kammermusikführer, Bücher über gesellschaftliche Aspekte des musikalischen Lebens (so über Musik und Politik, Musik und Geschlecht) sowie Biographien der Komponisten Mieczysław Wajnberg und – gemeinsam mit Krzysztof Meyer – Witold Lutosławski (Wege zur Meisterschaft, Saarbrücken 2014).