29.03. do 01.04.2016 w Chemnitz, Niemcy

Vorchristliche Religion der Slawen im frühen und hohen Mittelalter

  • 29.03. do 01.04.2016
  • Język wydarzenia: Niemiecki
  • Sektion für slawische Archäologie, PD Dr. Felix Biermann, Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Ur- und Frühgeschichte, Dr. Thomas Kersting, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Dr. Anne Klammt, mainzed – Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften

Link do tego wpisu: https://www.pol-int.org/pl/node/4533

Im Rahmen der gemeinsamen Tagung des Mittel- und Ostdeutschen sowie des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung vom 29.03. bis 01.04.2016 in Chemnitz wird erneut eine Sektion zur slawischen Archäologie stattfinden und wir möchten Sie sehr herzlich dazu einladen. Das Schwerpunktthema lautet:

Vorchristliche Religion der Slawen im frühen und hohen Mittelalter

Die vorchristlichen Glaubensvorstellungen der Slawen sind für das Verständnis der sozialen und kulturellen Verhältnisse des 7.–12. Jhs. von großer Relevanz, denn sie spiegelten in vieler Hinsicht die Lebensbedingungen der paganen Gesellschaften wider und durchdrangen deren Organisation in mannigfaltiger Weise. Zeitgenössische Berichte schildern dramatische Orakel- und Opferpraktiken und überliefern ein schillerndes Pantheon slawischer Kriegs- und Fruchtbarkeitsgottheiten. Zugleich faszinieren Kult und Religion wegen der vielfach aufwändig gestalteten Kultobjekte und -baulichkeiten sowie aufgrund der fesselnden Frage mysteriö-ser, bislang nicht sicher identifizierter Kultzentren wie der liutizischen Tempelburg Rethra. Die Glaubensvorstellungen verschiedener slawischer Gruppen wiesen über große geographische und zeitliche Räume hinweg Gemeinsamkeiten auf, zugleich entwickelten sie sich in der Auseinandersetzung mit den Religionen benachbarter Gesellschaften. Zu nennen sind hier u. a. Kontakte mit dem skandinavischen, baltischen und reiternomadischen Milieu. Das trifft besonders für das Christentum zu, das sich zu unterschiedlichen Zeiten in den verschiedenen Teilregionen des westslawischen Raums durchsetzte – zunächst in den Zielgebieten der fränkischen Expansion und in Großmähren, zuletzt bei den Pomoranen, Liutizen und Rügenslawen an der Ostsee. Archäologische Funde zeigen, dass sich die heidnische Religion gerade in der – oft konfrontativen – Begegnung mit dem christlichen Glauben sehr veränderte.
Die endgültige Christianisierung war ein überaus komplexer Prozess. Sie konnte mit Gewalt und Zwang, durch politisch motivierte Entscheidungen slawischer Herrschaftsträger oder expandierender Mächte ebenso durchgesetzt werden wie durch die Überzeugung großer gesellschaftlicher Gruppen im Zuge umfassender Missionierung.
Einschlägige schriftliche Quellen sind spärlich und die entsprechenden Mitteilungen der christlichen Chronisten erscheinen meist tendenziös. Daher kommt archäologischen Funden und Befunden eine besondere Bedeutung zur Erhellung der vorchristlichen Religion bei den Slawen zu. Die Sachzeugen sind aber oft nicht leicht zu deuten; gerade im Bereich der Rekonstruktion kultischer Sachverhalte ist eine vorsichtige, quellenkritische und um Plausibilität bemühte Herangehensweise notwendig.
Zu diesem Thema gibt es zahlreiche übergreifende Forschungen, neue Ausgrabungen an Kultstätten sowie eine große Menge von Grabungs- und Detektorfunden mit sicher oder möglicherweise religiösem Bezug. Insbesondere lassen Gräberfelder mit ihrem Bestattungsritus, den Beigaben und Grabbauten Aussagen zu den Glaubensvorstellungen der Slawen zu. Bei der Chemnitzer Slawensektion soll dieser große Themenkomplex umfassend beleuchtet und diskutiert werden. Dazu sind archäologische Beiträge über einzelne Neufunde, Forschungen an einschlägigen Fundplätzen oder die religiösen Verhältnisse bestimmter Zeiten und Regionen ebenso willkommen wie historische, namenkundliche, naturwissenschaftliche, wissenschaftsgeschichtliche und methodologische Studien mit religionsgeschichtlichem Bezug. Die Beiträge in deutscher oder englischer Sprache sollten auf 20-30 min. Länge ausgelegt sein und unter Angabe des Titels bis zum 15. Februar bei Anne Klammt (klammt@mainzed.org) angemeldet werden.

Überdies wird es die Möglichkeit geben, aktuelle Forschungen aus dem Bereich der slawischen Archäologie und Kulturgeschichte vorzustellen, die nicht unter das Schwerpunktthema fallen.

Die Anmeldung zur Tagung muss unabhängig von der Anmeldung zur Sektion erfolgen. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des MOVA (http://www.mova-online.de).

Kontakt

Anne Klammt
  • Vorchristliche Religion der Slawen im frühen und hohen Mittelalter

    Zrelacjonowane przez dr Anne Klammt