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Filmvorführung "Die Schlüssel" und Gespräch mit Jaecki Schwarz | Other

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Museum Utopie und Alltag, Friedrich-Wolf-Theater

Disciplines

Film studies History

Topics

Central and Eastern Europe Contemporary history German-Polish relations History of the GDR History of the Polish People's Republic Language contact Popular culture Public history

Description

FILMABEND UND GESPRÄCH MIT JAECKI SCHWARZ

„Die Schlüssel“, Spielfilm, DDR 1972/1974, Regie: Egon Günther, Dauer: 97 min.

04.11.2022, 18:00 Uhr, Friedrich-Wolf-Theater, Lindenallee 23, 15890 Eisenhüttenstadt

Anlässlich der Sonderausstellung „Grenzen der Freundschaft. Tourismus zwischen DDR, ČSSR und Polen“ präsentiert das Friedrich-Wolf-Theater einen in jeder Hinsicht außergewöhnlichen DEFA-Spielfilm: 1972, im ersten Jahr der „offenen Grenze“ im polnischen Kraków entstanden, zeugt er von einem neugierigen und unverstellten Blick auf das Nachbarland. Jaecki Schwarz, der männliche Hauptdarsteller des Films, ist während der Vorführung anwesend und wird anschließend in einem Podiumsgespräch von der Arbeit daran berichten. Er zählt sie zu seinen zentralen schauspielerischen Erfahrungen.

In „Die Schlüssel“ repräsentieren eine Arbeiterin und ein Student, mit Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz prominent besetzt, die unbeschwerte Lebenshaltung der Nachkriegsgeneration. Gleichwohl spüren sie, ihren sozialen Hintergrund und überkommene gesellschaftliche Konventionen nicht abstreifen zu können. Der hieraus erwachsende Beziehungskonflikt endet tragisch.

Dem offenen Blick auf die Wirklichkeit, der sich die Zeit nimmt für genaue Beobachtungen, entspricht die filmische Methode: Gearbeitet wird in weithin improvisierten Szenen und Dialogen. Mit gleichsam dokumentarischer Haltung begleitet die Kamera das Paar durch den Alltag der Stadt, zeigt sie bei Fahrten mit der Straßenbahn, beim Besuch eines Rockkonzerts oder bei Gesprächen in der Lenin-Hütte in Nowa Huta. Der Regisseur Egon Günther wagt ein filmisches Experiment, indem er „versucht, nicht dramaturgische Regeln zu befolgen, sondern herauszufinden …, wie Realität funktioniert, nicht, wie Dramaturgie funktioniert …“.

Das ZK der SED ist mit dem ungeschönten Realismus und den ästhetischen Experimenten des Films nicht einverstanden, so dass er verstümmelt und vor dem Publikum versteckt wird. Der Kulturminister der DDR hält intern fest: „Wir werden ihn eine Weile laufenlassen und dann aus dem Verkehr ziehen“.

Die Sonderausstellung „Grenzen der Freundschaft. Tourismus zwischen DDR, ČSSR und Polen“ beleuchtet die vielschichtigen Reiseerfahrungen, die Millionen von Menschen nach den 1972 eingetretenen Regelungen in der DDR, ČSSR und Polen, die den wechselseitigen Grenzübertritt ohne Pass und Visum erlaubten. Sie unternahmen Urlaubsreisen, Tagesausflüge oder Einkaufstouren in die Nachbarländer. Die Ausstellung beleuchtet die vielschichtigen Reiseerfahrungen. Zu sehen sind neben Exponaten aus der Sammlung des Museums und Archiven auch zahlreiche private Leihgaben: Reisekataloge, Plakate, Urlaubssouvenirs, Ansichtskarten, Fotoalben u. a.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Museum Utopie und Alltag mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien und noch bis zum 30.04.2023 im Museum Utopie und Alltag, Erich - Weinert - Allee 3 in 15890 Eisenhüttenstadt zu sehen.

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Pol-Int team

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