Journal

Michał Mrugalski, Schamma Schahadat (Hg.) (since 2016)

Neuere Forschungen zur polnischen Literaturtheorie. Geschichte – Gegenwart – Perspektiven. Die Welt der Slaven. Internationale Halbjahresschrift für Slavistik. Heft 1. und 2

Frequency bianually

ISSN: ISSN 0043-2520

Neuere Forschungen zur polnischen Literaturtheorie. Geschichte – Gegenwart – Perspektiven

Hg. von Michał Mrugalski, Schamma Schahadat

In den Heften 1 und 2 (2016) der Zeitschrift Welt der Slaven findet sich ein ausführlicher Überblick über die polnische Literaturtheorie in deutscher Sprache – der erste seit 40 Jahren -, der von herausragenden Forschern aus Polen und dem deutschsprachigen Raum vorbereitet wurde. Im ersten Heft geht es um den kulturellen Kontext der polnischen Literaturtheorie, die die Herausgeber als wichtigen – im Westen kaum rezipierten oder vergessenen – Teil der europäischen intellectual history begreifen, um die Auffassung des Subjekts, das nicht nur in der westlichen Postmoderne zu einem Dreh- und Angelpunkt der Theorie geworden ist, sowie um die Verschränkung der polnischen Literaturtheorie mit den Künsten und der Kunsttheorie. Sichtbar wurde an diesen Beiträgen, dass die Literaturwissenschaft in Polen immer schon eine Anthropologie (der Literatur) war, die sich den Fragen nach der menschlichen Subjektivität, ihrer Beziehung zu der Umgebung und ihrer verschiedenen (mit Kant gesprochen) Vermögen widmete. Im zweiten Teil der Publikation geht es einerseits darum, die polnische Literaturtheorie in eine Traditionslinie einzuschreiben, ihre Vorgeschichte und ihre Weiterentwicklung zu erzählen. Andererseits wird der Status der polnischen Theorie abgefragt in Bezug auf die aktuellen Themen, mit denen die globale Literatur- und Kulturtheorie sich befasst: Wie sieht es aus mit dem Postkolonialismus, den Gender Studies und den Translation Studies in der polnischen Theorie?

Inhaltsverzeichnis:

Heft 1

Ryszard Koziołek, „Literaturgeschichte als Anthropologie des Eigenen"; Danuta Ulicka, „Spekulative Geschichtsschreibung"; Mieczysław Dąbrowski, „Zwischen öffentlichem Diskurs und Methodologie. Das polnische Selbstverständnis im Umbau", Wojciech Małecki, „There's no such thing as theory… And it's a good thing, too. On some problems of ecocriticism"; Małgorzata Czermińska, "Autor, literarisches Subjekt, Zeugenschaft und Raumerfahrung"; Andrzej Zawadzki, "Spur, Mimesis, Nachahmung"; Michał Mrugalski, "Die Macht der Gewohnheit. Der mathematische und ästhetische Formalismus von Leon Chwistek im Kampf gegen die Phänomenologie und die Langeweile"; Roma Sendyka, „Oskar Hansen und die Offene Form."

Heft 2

Adam F. Kola, „Der Effekt der Synergie des Eigenen. Die kulturelle (Vor-)Geschichte der modernen polnischen Literaturtheorie im mittel-und osteuropäischen Kontext"; Maciej Adamski, „Kunstgeschichte, Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft. Die Anfänge der polnischen Literaturtheorie"; Łukasz Wróbel, „Über die Faktizität des Realismus (Konstanty Troczyński)"; Maciej Gorczyński, „Hermeneutik und Strukturalismus"; Rof Fieguth, „Was bleibt interessant an den Literaturtheorien von Roman Ingarden und Janusz Sławiński?"; Dirk Uffelmann, „Postkoloniale Theorie als Erinnerungspraxis. Die Debatte über die zwei Vektoren von Polens Postkolonialität"; Lena Magnone, „Die polnischen Gender Studies"; Kasia Szymańska, „Die polnische Theorie der literarischen Übersetzung und die internationale Perspektive der Translation Studies. Anmerkungen zur Posener Schule anlässlich der ersten Anthologie der polnischen Übersetzungstheorie."