26.02.2020 in Berlin, Germany

Podiumsdiskussion: "An unholy alliance? ’Christian values' and Anti-Gender politics in Central and Eastern Europe"

  • 26.02.2020
  • starting at: 19:00
  • Event language: English
  • Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, Volksbühne Berlin
  • Event location: VOLKSBÜHNE, Linienstraße 227, 10178 Berlin
  • Type of Event: Presentation, discussion, lecture

Link to this post: https://www.pol-int.org/en/node/8202

(in englischer Sprache)

mit Regina Elsner, Elżbieta Korolczuk und Kristina Stöckl

Moderation: Patricia Hecht

Heute bedienen sich rechtspopulistische Bewegungen und autoritäre Regierungen weltweit „christlicher Werte" um eine konservative Sozialpolitik voranzutreiben. Sie proklamieren, die vermeintlich „wahre" Zivilgesellschaft, jenseits von Eliten, zu repräsentieren. Vor allem in Ländern wie Russland oder Polen stärkt die Anti-Gender- und Pro-Family-Agenda rechter Parteien einerseits europakritische und nationalistische Akteure. Andererseits sind diese Bewegungen auch Teil internationaler christlicher ultrakonservativer Allianzen, die in Osteuropa eine neue Bastion der Verteidigung ihrer Werte sehen. Prägnant zeigen sich diese Verbindungen beispielsweise am World Congress of Families (WCF) zu dem sich christliche, ultrakonservative Gruppen und Einzelpersonen versammeln, um ein traditionalistisches Familienverständnis zu verteidigen.

Was sind die treibenden Faktoren für diese „unheilige Allianz" von Religion und Politik, in der Gender mit Demoralisierung gleichgesetzt wird? Welche Rolle spielen die katholische bzw. orthodoxe Kirche in dem Prozess? Wie positionieren und engagieren sich verschiedene Strömungen der christlichen Kirchen in diesem Wertekampf?

Regina Elsner ist Theologin und Wissenschaftlerin am ZOiS. Im Projekt ‚Moral statt Frieden' erforscht sie die Dynamik der Russischen Orthodoxen Sozialethik seit dem Zerfall der Sowjetunion.

Patricia Hecht ist Journalistin und fungiert als Genderredakteurin im Inlandsressort der taz. Zu ihren thematischen Schwerpunkten gehören reproduktive Rechte und Antifeminismus. Sie war Teil des internationalen Rechercheverbunds „Europes Far Right" zu Strategien und Netzwerken der europäischen Rechten.

Kristina Stöckl ist Professorin am Institut für Soziologie der Universität Innsbruck. Zurzeit ist sie leitende Forscherin des ERC-geförderten Projekts POSEC- Postsecular Conflicts about religious-moral conflicts in contemporary societies. Es widmet sich insbesondere Konflikten in Bezug auf Religionsfreiheit, Gender und Sexualität sowie Bioethik.