Monograph

Maciej Górny (2019)

Vaterlandszeichner. Geografen und Grenzen im Zwischenkriegseuropa

Publishing house fibre
Place of publication Osnabrück
Page references 304
Series Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau 39
Language German

ISBN: 978-3-944870-68-7

Aus dem Polnischen von Dorothea Traupe

Anfang des 20. Jahrhunderts durchlief die Geografie als Wissenschaft einen Erneuerungsprozess, gewann aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung wie bei den territorialen Veränderungen in Mittel- und Südosteuropa nach dem Ersten Weltkrieg immer mehr an Bedeutung. Damit wurden die Protagonisten dieses Buches, die Geografen, zu Spezialisten für Grenzziehungen, Nationalitätenstatistiken und Geopolitik.

Bei den Pariser Friedensverhandlungen 1919 inspirierte die Idee, dass es „nationale Territorien" gäbe, die mit den staatlichen Grenzen in Einklang gebracht werden müssten, viele Delegationen zu einer ethnischen Argumentation. Sie beriefen sich auf Zensusdaten, die in Form ethnografischer Karten anschaulich dargestellt wurden. Die Geografie entwickelte sich von einer Wissenschaft für Nationalitäten über Konzepte einer „natürlichen", „biologischen" Grenze bis zur Unterwerfung ganzer Bevölkerungsgruppen unter die demografische und geografische Utopie eines ethnisch möglichst homogenen Staates.

MACIEJ GÓRNY, Professor am Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI Warschau. Seine Forschungsschwerpunkte sind Historiografiegeschichte, der Erste Weltkrieg sowie Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert.


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