Promotionsstelle am Institut für Zeitgeschichte

Das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ) schreibt eine Promotionsstelle mit Dienstort München aus.

Diese wird eingerichtet im Rahmen des durch die Leibniz-Gemeinschaft geförderten Projektes: "'Man hört, man spricht': Informal Communication and Information 'From Below' in Nazi Europe" (INFOCOM). INFOCOM ist ein auf fünf Jahre angelegtes, kollaboratives Forschungsprojekt. Thema ist die Interaktion zwischen offizieller, staatlich-gelenkter Kommunikation „von oben" und der Produktion, Verarbeitung und Interpretation informeller Informationen „von unten" im nationalsozialistischen Deutschland und in den von Deutschland besetzten Gebieten Europas.

Inspiriert von kulturgeschichtlichen Ansätzen zur Erforschung des Nationalsozialismus, den Medienwissenschaften und historisch-anthropologischen Perspektiven auf Phänomene wie Gewalt und Krieg, untersucht dieses Projekt Kommunikationsräume und -praktiken „von unten" – wie zum Beispiel Gerüchte. Damit beleuchtet es innovative Fragen und trägt dazu bei, eine moderne, transnationale Geschichte der Kommunikation im Nationalsozialismus zu etablieren. Wie konstruierten Menschen im „Dritten Reich" und in dessen besetzten Gebieten Wissen, Wahrheit und Realität in einem diskursiven Umfeld, das von Zensur, staatlicher Propaganda und autoritärer Rhetorik geprägt war? Was sagen uns die Vermittlung, Form und Interpretation informeller Informationen über Praktiken der Inklusion und Exklusion, Geschlechterbeziehungen, ethnische Kategorisierungen oder die Zuweisung und Ausübung von Macht in einer Gesellschaft? Wie eruieren wir in Gewaltsituationen und Ausnahmezuständen das Zusammenspiel von Gesellschaft und Subjektivität, von konstruierten Wirklichkeiten und individuellem oder kollektivem Handlungsvermögen („agency")?

Diese Fragen aus einer multidisziplinären, transnationalen und komparativen Perspektive erforschend, enthält INFOCOM ein Teilprojekt zur informellen Kommunikation und dem Holocaust im besetzten Polen.

Dafür schreibt das Institut eine Promotionsstelle (w/m/d) 65% E13 TV-L aus.

Die Hauptaufgaben umfassen:
- die eigenständige Durchführung eines Forschungsprojektes zum oben beschriebenen Teilthema des INFOCOM-Projektes,
- die Verfassung einer Dissertation, mit dem Ziel der Promotion, im Rahmen dieser Forschungsarbeit,
- die Mitarbeit im Team an der Organisation verschiedener Workshops und Konferenzen und in der Produktion eines Sammelbandes,
- die Erstellung und Präsentation von Forschungsergebnissen gegenüber Fachkolleginnen und Fachkollegen und anderen relevanten Zielgruppen,
- die engagierte Mitwirkung an Teamsitzungen und gemeinsamen Projektveranstaltungen.

Vorausgesetzt werden:
- ein Studienabschluss (Master/Magister oder Äquivalent) im Fach Geschichte (oder in einem verwandten Fach) mit exzellenten akademischen Leistungen (Erhalt des
MA-Diploms nicht später als 1. September 2019),
- Expertise in der Geschichte Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert, inklusive der Zeit des Nationalsozialismus, der Geschichte des Holocaust und der Geschichte Polens,
- gute Sprachkenntnisse im Englischen und Deutschen,
- gute Sprachkenntnisse im Polnischen bzw. die Bereitschaft, sie bis zum Ende des ersten Anstellungsjahres zu erwerben,
- Bereitschaft, in einem kooperativen Umfeld zu arbeiten.

Wir bieten:
- Anstellung an einer der weltweit renommiertesten Institutionen zur Erforschung des Nationalsozialismus und seiner breiteren Kontexte,
- Mitarbeit in einem dynamischen, internationalen Forschungsteam,
- Karriereentwicklungschancen in Zusammenarbeit mit den Doktorandenprogrammen des IfZ sowie der Ludwig-Maximilians-Universität
München,
- großzügige finanzielle Unterstützung von Forschungs- und Konferenzreisen,
- Gehalt nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst (TVL).

Die Einstellung erfolgt zum 1. Oktober 2019. Die Stelle ist auf drei Jahre befristet. Eine Abschlussfinanzierung für ein weiteres halbes Jahr ist gegebenenfalls möglich. Die Vergütung beträgt 65% von E 13 TV-L (für mehr Informationen siehe: http://oeffentlicher-dienst.info).

Das Institut für Zeitgeschichte strebt in allen Beschäftigungsgruppen eine ausgewogene Geschlechterrelation an. Wir fördern Frauen und fordern sie deshalb ausdrücklich zur Bewerbung auf. Ziel ist es zudem, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bitte reichen Sie folgende Bewerbungsunterlagen ein:
- ein Motivationsschreiben, in dem präzisiert wird, wie Sie die Kriterien für die Position erfüllen,
- einen vollständigen, tabellarischen Lebenslauf, inklusive Publikationen (falls vorhanden),
- ein Referenzschreiben,
- eine Projektskizze (1-2 Seiten), in der Sie eine Idee für Ihr Forschungsvorhaben zum Holocaust im besetzten Polen im Rahmen der Fragestellung des INFOCOM-Projektes erläutern,
- Kopien Ihrer Universitätszeugnisse.

Bitte senden Sie die Bewerbungsunterlagen als einzelne PDF-Datei per E-Mail an den Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, Prof. Dr. Andreas Wirsching (wirsching@ifz-muenchen.de). Nähere Auskünfte werden von der Leiterin des Projektes, Dr. Caroline Mezger (mezger@ifz-muenchen.de), erteilt. Die Bewerbungsunterlagen können auf Deutsch oder auf Englisch eingereicht werden.

Einsendefrist für Bewerbungen: 21. Juni 2019
Voraussichtlicher Termin der Vorstellungsgespräche: Vierte Juliwoche

Contact

Dr. Caroline Mezger