12.03. until 11.02.2020 in Berlin , Germany

Klaus Zernack Colloquium: Identitätsfabriken? Museen und historische Bildung in Polen

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Call for Papers

Identitätsfabriken? Museen und historische Bildung in Polen

im Rahmen des

Klaus Zernack Colloquiums

Das Klaus Zernack Colloquium ist eine monatlich stattfindende Vortragsreihe des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN). Ziel des Colloquiums ist es, Historikerinnen und Historikern sowie Vertreterinnen und Vertretern benachbarter Disziplinen eine Diskussionsplattform für ihre laufenden Forschungsprojekte zu bieten.

Das Klaus Zernack Colloquium ist im akademischen Jahr 2019/2020 den polnischen historischen Museen und der in ihnen praktizierten historischen Bildung gewidmet. In den letzten zehn Jahren sind in Polen zahlreiche neue Museen entstanden, die eine wichtige Rolle in der Prägung der Identität der polnischen Gesellschaft und in der Wahrnehmung ihrer eigenen Geschichte spielen. Nicht nur sind viele neue Museen gegründet worden, es wurde auch der Versuch einer radikalen Reformierung bereits bestehender Institutionen unternommen. Die Museen sind zu einem Versuchsgelände verschiedener ideeller und ausstellungspraktischer Konzepte geworden: Museen-Tempel wurden durch Museen-Erlebnisparks ersetzt, multimediale Formate der Wissensvermittlung haben an Bedeutung gewonnen. Neben den sogenannten narrativen Museen, entstanden kürzlich auch solche, die stark auf Originalobjekte und deren Geschichten fokussiert sind. Konzepte der Umsetzung der Idee des kritischen Museums kamen auf, neben großen nationalen Meistererzählungen fanden auch Stimmen der Minderheiten Eingang in die Ausstellungen.

Auch wenn die Aufgabe von historischen Museen die Erzählung über die Vergangenheit ist, werden sie als Institutionen in der Gegenwart erschaffen und sind stark in ihr verwurzelt. Die in ihnen präsentierte Geschichte und die jeweilige Erzählart sind Ergebnisse des aktuellen Wissensstandes, damit verbundener Trends und Theorien, verfügbarer Technologien, aber gleichzeitig auch politischer und ideologischer Präferenzen ihrer Stifter und Erschaffer. Museen sind einerseits Ausdruck einer Geschichtskultur und können als staatliche Institutionen, finanziert durch öffentliche Mittel, zum Barometer der Geschichtspolitik werden. Auf der anderen Seite stellen Museen nicht nur ein Abbild der Inhalte öffentlicher Debatten dar, sondern nehmen aktiv auf diese Einfluss.

Das Ziel der Vorträge im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums 2019 ist eine Betrachtung der polnischen Geschichtsmuseen und der in ihnen praktizierten Museumsbildung im internationalen Kontext. Gemeinsam wollen wir über die Rolle der Museen bei der Konstruktion des historischen Gesellschaftsbildes, über ihre gegenwärtigen Probleme, Herausforderungen und ihre Zukunft nachdenken. Referate können sowohl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch Museumspraktikerinnen und Museumspraktiker eingereicht werden.

Abstracts in deutscher oder englischer Sprache (bis 1500 Zeichen) zusammen mit einem kurzen Lebenslauf sowie den Kontaktdaten und ihrer wissenschaftlichen Affiliationen senden Sie bitte bis zum 31. Januar 2019 an folgende E-mail-Adresse: malgorzata.popiolek@cbh.pan.pl.

(Koordination: Dr. Małgorzata Popiołek-Roßkamp)

Praktische Informationen:

  • ˗Die Referate werden aus den eingesandten Beiträgen ausgewählt.
  • ˗Die Vortragsreihe ist für den Zeitraum von März 2019 bis Februar 2020 vorgesehen.
  • ˗Es handelt sich um offene Vorträge, die jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der Bibliothek des CBH PAN stattfinden.
  • ˗Die Vorträge (ca. 40 Minuten) werden von eingeladenen Fachexpertinnen und -experten kommentiert.
  • ˗Vor der Präsentation sollte ein Abstract von 2-3 Seiten eingereicht werden.
  • ˗Die Vorträge werden in deutscher Sprache gehalten; in begründeten Fällen ist es auch möglich, den Vortrag in englischer Sprache zu halten, wobei ein passives Verständnis des Deutschen vorausgesetzt wird.
  • ˗Eine Unterkunft wird gewährleistet; Reisekosten werden erstattet.

Contact

Małgorzata Popiołek-Roßkamp