Journal article

Stefan Garsztecki (2018)

Deutsche Kriegsreparationen an Polen? Hintergründe und Einschätzungen eines nicht nur innerpolnischen Streites

Journal Polen-Analysen
Number/Volume 227
Page references 2-7

ISSN: 1863-9712

Die deutsch-polnischen Beziehungen werden auch im Jahr 2018 stark von historischen Themen und von dem streitigen Umgang mit Belastungen aus der Vergangenheit beeinflusst. Die im Jahr 2017 erneut erhobenen polnischen Reparationsforderungen an die Adresse Deutschlands sind allerdings nicht nur einer innenpolitisch motivierten Volte der aktuellen Regierung von Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) geschuldet. Sie wurden in den letzten beiden Jahrzehnten im politischen Raum bereits mehrfach erhoben. Dahinter steht das in Polen weitverbreitete Gefühl, dass die NS-Vernichtungs- und Versklavungspolitik zwischen 1939 und 1945 gegenüber der Zivilbevölkerung, das enorme Maß von Kriegszerstörungen, die Deutschland Polen beigebracht hat, der Tod von fast sechs Millionen Staatsbürgern (ca. 17 Prozent der Gesamtbevölkerung) bis auf den heutigen Tag zu wenig wahrgenommen werden. Dazu kommen bis dato eher bescheidene Kompensationszahlungen des deutschen Staates. Ein bloßer Rückzug auf juristische Positionen dürfte das Problem nicht lösen. Hingegen könnte ein substantieller Beitrag Deutschlands zur Restitution polnischer Kultur zukunftsweisend sein.

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