19.05. until 26.05.2018 in Katowice - Gdynia, Poland

Die vergessene Grenze wiederentdecken. Spurensuche von Danzig bis Oberschlesien

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Die vergessene Grenze wiederentdecken. Spurensuche von Danzig bis Oberschlesien

Exkursion, Blog und Reiseführer mit Studierenden der Europa-Universität Viadrina am Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien

19.-26. Mai 2018

Am 11. November 1918 erklärte Polen nach 123 Jahren der Teilungen seine Unabhängigkeit. Die Rückkehr Polens (seit 1919 unabhängige Republik) auf die europäische Landkarte brachte die Frage der Grenzziehung zu den neuen Nachbarstaaten mit sich, also zum Deutschen Reich, zu den baltischen Ländern Litauen und Lettland, zur Sowjetunion (kurzzeitig auch zur Ukraine), zu Rumänien und zur Tschechoslowakei. Der Verlauf dieser Grenzen im Osten war strittig und teilweise erkämpft. Der Verlauf der Grenze im Westen wurde durch den Vertrag von Versailles geregelt. Aber auch hier gab es zahlreiche Konflikte.

Mit 1912 Kilometer Länge war die Zwischenkriegsgrenze deutlich länger als die deutsch-polnische Grenze nach 1945 mit 467 Kilometern. Während heute Neiße und Oder natürliche Grenzverläufe bilden, spielten Flüsse bei der Zwischenkriegsgrenze kaum eine Rolle. Der historische Grenzverlauf zwischen Polen und Deutschland ist heute weitgehend vergessen. Heute spricht man fast ausschließlich über die deutsch-polnische Grenze, wie sie während der Potsdamer Konferenz gezogen wurde. Zum Verständnis der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte ist aber die Kenntnis der Geschichte, des Verlaufs und der Erinnerungsorte der hundert Jahre alten Grenze eminent wichtig.

Ziel der Exkursion ist die Wiederentdeckung, Erforschung und Kenntlichmachung des ehemaligen Grenzverlaufs durch Studierende der Europa-Universität Viadrina und externe Expertinnen und Experten.

Themen und Erinnerungsorte sind unter anderem: Polnischer Korridor. Privilegierte Züge und Visaregime; Polnische Grenze mit der Freien Stadt Danzig: Brücke über die Weichsel in Dirschau/Tczew; Gdynia wird zum polnischen Hafen ausgebaut; Architektur in Danzig und Gdynia im Vergleich; Die Ostseegrenze vor Hel; Polnische Grenze mit Ostpreußen: Deutsch Eylau und Tourismus an der neuen Grenze; Schneidemühl/Piła, Kreuz/Krzyż, Konitz/Chojnice: Ostbahnverbindung und Grenzbahnhöfe; Poznań, Babimost und Rawicz. Orte des Posener Aufstandes; Meseritz bis Glogau: Ostwall, Oder-Warthe-Bogen und Oderstellung; Bentschen – Neu-Bentschen/Zbąszyn – Zbąszynek: Neuer Eisenbahnknoten auf deutscher Seite; Bentschen/Zbąszyn: Das Lager für aus Deutschland abgeschobene Juden; Breslau: Grenzlanduniversität. Deutsche Ostforschung. Polnische Minderheit und Polnisches Konsulat; Oberschlesien: Beuthen. Grenzübergang mit Straßenbahn. Geteilte Städte; Moderne Architektur in Katowice und im deutschen Oberschlesien im Vergleich; Annaberg als Erinnerungsort; Teschen/Cieszyn: Grenze Polen – Tschechische Republik. Brücke über die Olsa.

Vom 19.-26. Mai 2018 ist eine Exkursion von Katowice bis nach Gdynia entlang dieser Grenze geplant. Dabei soll die Grenze kartiert und digital dokumentiert werden, um über eine interaktive Onlinekarte den alten Grenzverlauf nachvollziehen und Texte, Berichte, Infos und Bildmaterial zu Orten aufrufen zu können.

  1. Besuch von authentischen Orten/Museen
  2. Gespräche mit Expertinnen und Experten
  3. Vorträge von Studierenden
  4. 1-tägige Einbindung von Medienvertretern

Während der Reise werden wir einen Blog schreiben.

Im Anschluss der Reise entsteht ein Reiseführer in Kooperation mit dem Bebra-Verlag – verfasst von Studierenden sowie Expertinnen und Experten.

Für die Exkursion gibt es noch einige wenige freie Plätze!

Teilnahmebedingung sind gute Polnischkenntnisse, die Bereitschaft, Texte für den Blog bzw. den Reiseführer zu schreiben sowie ein Unkostenbeitrag von 40 Euro.

Es entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Bus-Rundreise ab Frankfurt (Oder), Unterkunft, Verpflegung bzw. Eintrittsgelder.

Interessierte Studierende wenden sich bis spätestens 7. Mai 2018 an Susanne Orth orth@europa-uni.de

Contact

Susanne Orth
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    Reported by Robert Schwaß