18.10. until 20.10.2017 in Olsztyn, Poland

Internationale Interdisziplinäre Konferenz DIE HEILIGEN UND DAS HEILIGE IN DER SPRACHE, LITERATUR UND KULTUR

  • 18.10. until 20.10.2017
  • starting at: 13.00
  • Event languages: English, German, Polish
  • Deadline for submissions: 31.05.2017
  • Lehrstuhl für Germanische Philologie und Lehrstuhl für Englische Philologie der Warmia und Mazury Universität
  • Event location: Tomasz Żurawlew
  • Type of Event: Conference

Link to this post: https://www.pol-int.org/en/node/5957

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie ein, an unserer interdisziplinären Konferenz teilzunehmen, deren Problemstellung mit dem Motiv des Heiligen sowie Motiven von heiligen Personen und Stätten verbunden sein wird, welche an der diachronischen Achse den kulturell bedingten Umwandlungen unterlagen und immer noch unterliegen. heutzutage knüpfen viele Texte an die altertümliche Gattung der Hagiographie an. Die Lebensgeschichten der Heiligen determinieren die Handlung zahlreicher Romane oder Filme. Die Gattungselemente der Hagiographie beeinflussten und beeinflussen immer noch die Art und Weise, auf welche die Hauptpersonen der Romane, Dramen und Filme, die jedoch nicht direkt das Heilige thematisieren, konstituiert werden.

Die linguistischen Untersuchungen, die auf dem Gebiet zahlreicher Sprachen geführt werden, zeugen von einem Bedeutungsreichtum der Begriffe Heiliges und heilig. Eines der Ziele von solchen Analysen ist der Versuch, an die semantische Ursituation des Heiligen zu gelangen, sich der Urerfahrung des Heiligen zu nähern. Zu einem interessanten Schluss kamen die polnischen Sprachhistoriker, die die primäre Bedeutung des Lexems heilig festlegten und seine erhebliche Wortbildungsaktivität im Verlauf von Jahrhunderten aufzeigten. Dieses Wort bedeutete in der früheren Periode des Altpolnischen stark, kräftig, ausdauernd und wurde aus dem Urslawischen übernommen.

Was und wem wird die Eigenschaft heilig zu sein in verschiedenen Texten, visuellen Werken, Sprachen und Epochen zugesprochen? Welche Veränderungen erfolgen in der Bedeutung der Lexeme aus der Wortfamilie heilig sowie in der Konstituierungsweise der Motive des Heiligen? Wie ändert sich das sprachliche, literarische, dramatische, kulturelle und künstlerische Bild des heiligen Menschen? Funktionieren gegenwärtig die Narrationen des Heiligen, die nicht in Frage gestellt wurden, wenn ja, gelten sie dann als gemeinsame Werte für verschiedene Kulturen und Weltanschaungen?

Fragen, die wir zu beantworten versuchen, sind mit der folgenden Problemstellung verbunden:

• Etymologie und Semantik der Wörter Heiliges und heilig im Deutschen, Englischen, Polnischen und anderen Sprachen;

• Lexeme Heiliges und heilig in der Phraseologie;

• Axiolinguistische Dimensionen des Heiligen;

• Problem der Desakralisierung des Wortschatzes aus dem Lexemverband heilig;

• Sprachevolution und das Verständnis des Heiligen;

• semantische Analyse der Bezüge von Lexemen Heiliges und heilig in Kunst, Filmwerken, alten und neuen Medien;

• die Heiligen und die Motive des Heiligen in der Lyrik, der Epik und dem Drama;

• Verbildlichung und Konzeptualisierung des Heiligen in Kunst, Filmwerken, alten und neuen Medien;

• Topos der heiligen Stätte, Heiligtümer;

• mit dem Heiligen verbundene Archetypen;

• der Heilige als eine symbolische Figur;

• das (un)ideale Heilige als Umgangsmotiv;

• literarische und nichtliterarische Texte der Heiligen;

• der Heilige als die kulturbildende und historiozentrische Grundlage;

• der Heilige als der neue Anfang für die Bildung der Gemeinschaft und als Vorbild für sie;

• Martyrium der Heiligen als Weg zur Bildung des „Volksgeistes" und/oder des „Gemeinschaftsgeistes";

• kulturelle Unterschiede in der Perzeption von Heiligem;

• die Heiligen als Patrone der Völker;

• Bilder von Heiligen im öffentlichen Raum.

Es können auch Referate mit einer anderen Problematik eingereicht werden, wenn sie im Einklang mit dem Themenbereich unserer Konferenz steht. Die Konferenz findet im Zentrum für Geisteswissenschaften (Centrum Nauk Humanistycznych) der Warmia und Mazury Universität in Olsztyn in der Kurt Obitz Strasse 1 statt. Auf die schriftlichen Anmeldungen sowie die Abstracts Ihrer Referate (bis zu 200 Wörtern) warten wir bis zum 31 Mai 2017. Eine Bestätigung Ihrer Teilnahme erhalten Sie bis zum 10 Juni. Ihre Anmeldungen schicken Sie bitte an die folgende E-Mail-Adresse:

kulturaduchowa@uwm.edu.pl

Die Konferenzgebühr in Höhe von 100 Euro (450 zł) beinhaltet neben den Tagungsunterlagen auch die Kaffeepausen sowie ein gemeinsames Mittag- und Abendessen. Die Kosten Ihrer Übernachtung werden von uns nicht gedeckt. Wir empfehlen Ihnen aber das Hotel HP PARK in der Nähe des Konferenzortes (Warszawska Straße 119) oder die Gästezimmer der „Żak"−Stiftung in den Studentenheimen unserer Universität: (Studentenheim Nr. 1 in der Kanafojskiego Strasse 3, Tel. +48 89 523 33 29, +48 89 523 34 95, +48 89 522 74 50; Studentenheim Nr. 3 in der Oczapowskiego Strasse 9, Tel. +48 89 523 33 42, +48 89 522 74 78, +48 89 523 44 76; Studentenheim Nr. 4 in der Kanafojskiego Strasse 2, +48 89 523 44 81. Wir planen die Herausgabe eines Konferenzbandes nach der positiven Begutachtung Ihrer Referate. Die Konferenzsprachen sind Deutsch, Englisch und Polnisch.

Wir freuen uns auf das Treffen mit Ihnen!

Wissenschaftskomitee:

Dr. Halszka Leleń

Dr. Tomasz Żurawlew

Organisationskomitee:

Dr. Dorota Gładkowska

Dr. Renata Supranowicz

Contact

dr Tomasz Żurawlew