15.12.2016 in Wien, Austria

"Karl Dedecius und sein kulturpolitisches Programm" Vortrag von P. Chojnowski mit einer Filmvorführung

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Karl Dedecius, der im Februar dieses Jahres verstorben ist, gilt als wichtigster Übersetzer polnischer Literatur im deutschsprachigen Raum nach 1945. Dem aus Łódź stammenden Deutschen ist es gelungen, in der BRD bereits Ende der 1950er Jahre eine Welle des Interesses an Polen auszulösen. Mit der systematischen Präsentation polnischer Autoren (wie z.B. Z. Herbert, T. Różewicz, Cz. Miłosz, W. Szymborska) in Form zahlreicher Anthologien, Gedichtbände, Presseaufsätze, Essays und Radiosendungen schuf Dedecius sein eigenes kulturpolitisches Programm, dessen Ziel es war, Polen und Deutsche einander zur Zeit des Eisernen Vorhangs und der dicht geschlossenen Grenzen näher zu bringen. Der Vortrag gibt einen Rückblick auf den deutschen Übersetzer und versucht dem Phänomen dessen kulturpolitischer Leistungen auf die Spur zu kommen.

Dr. Przemysław Chojnowski

Universitätsassistent für Westslawische Sprachwissenschaft am Institut für Slawistik der Universität Wien, Autor der Monografie "Zur Strategie und Poetik des Übersetzens. Eine Untersuchung der Anthologien zur polnischen Lyrik von Karl Dedecius" (Berlin, 2005), Herausgeber des Briefwechsels zwischen Karl Dedecius und Czesław Miłosz (Łódź, Dresden, 2011). 2008-2010 Fulbright Lecturer of Polish Studies an der University of Washington Seattle, USA, 2001-2003 wiss. Betreuer des Karl Dedecius Archivs der EUV Frankfurt (Oder).

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