Journal

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft (since 2016)

Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 2/2016: Polnisch-osmanische Verflechtungen in Kommunikation, materieller Kultur, Literatur und Wissenschaft

Abbreviation ZfO
Publisher Hans-Jürgen Bömelburg, Stefan Rohdewald, Dirk Uffelmann
Frequency quarterly
Language German

ISSN: 978-3-87969-416-7

Die Erforschung imperien- oder nationenübergreifender Verzahnungen innerhalb Europas und über seine Grenzen hinaus ist in vielen Bereichen weiterhin ein dringendes Desiderat. Auch vor diesem Hintergrund hat das Interesse an den polnisch-osmanischen Beziehungen in den letzten Jahren in Polen und der Türkei eine deutliche Intensivierung erfahren. Dabei kann es jedoch an ältere Traditionen einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen polnischen Orientalisten und türkischen Osteuropaexperten anknüpfen.

Das vorliegende Themenheft setzt sich zum Ziel, epochen- und disziplinenübergreifend Beiträge zu vereinen, die sich in exemplarischer Form zentraler Aspekte dieser methodisch neuen Verflechtungsgeschichte annehmen. Dem Heft liegt die Überlegung zugrunde, zahlreiche Bereiche der Gesellschaften Polen-Litauens, der Teilungsgebiete im 19. und 20. Jahrhundert, des Osmani­schen Reiches und Südosteuropas einschließlich der Habsburgermonarchie seien mit ihrer Einbettung in europäische Zusammenhänge auch durch jahrhundertealte wechselseitige Beziehungen und Überlappungen mit gestaltet worden. Das Augenmerk wird hier auf Interaktionen Polen-Litauens mit dem Osmanischen Reich gelenkt, zumal Verzahnungen Österreichs und Ungarns wie auch Venedigs mit dem Osmanischen Reich bereits deutlich öfter erforscht worden sind. Für die frühe Neuzeit wie für das 19. Jahrhundert gilt für alle genannten Gemeinwesen, dass ihre Bevölkerung sprachlich und religiös oder konfessionell sehr uneinheitlich war. Anhand der ausgewählten Beispiele soll untersucht werden, wie sich übergreifende diplomatische, soziale oder gesellschaftliche und insgesamt kulturelle Praktiken entwickelten, die Grenzen zwischen den Imperien und Staaten im überregionalen oder transkontinentalen Zusammenhang aushandelten und/oder überwanden.

Die Summaries sowie alle Rezensionen der aktuellen Ausgabe finden Sie auch online unter http://www.zfo-online.de/index.php/zfo/issue/view/97