Migration nach Polen

Dossier: migrantische Selbstorganisationen und Migrationspolitik in Polen

Im Zuge der europäischen Flüchtlingskrise wird sowohl in der polnischen als auch in der deutschen Gesellschaft lebhaft über Migration und Integration diskutiert. Deutsche Beobachter sehen in der Weigerung der polnischen Regierung Flüchtlinge aufzunehmen, eine auf Abschottung und kulturelle Homogenität bedachte Politik. In Polen werden die deutschen Erfahrungen im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft häufig negativ beurteilt.

Seit Jahrzehnten ein Land mit starken Auswanderungsbewegungen, hat sich Polen in den letzten Jahren zu einem attraktiven Zielland für Einwanderer aus östlichen Nachbarländern, wie der Ukraine und Belarus entwickelt. Mit der Ansiedlung international vernetzter Unternehmen kommen auch aus aus anderen Ländern Arbeitnehmer in das wirtschaftlich erfolgreiche Polen.

Bei rückläufigen Geburtenraten und Abwanderung von Fachkräften wird sich die polnische Gesellschaft in Zukunft mit den Themen Einwanderung, Integration, kulturelle Vielfalt stärker als zuvor auseinandersetzen.


Wird sich Polen langfristig zu einer Einwanderungsgesellschaft entwickeln? - Welche Erfahrungen und Beispiele gibt es für ein gelungenes Zusammenleben verschiedener Kulturen? - Unter welchen Bedingungen arbeiten selbstverwaltete NGOs? - Welche Möglichkeiten der politischen Repräsentation haben sie? - Welche Auswirkungen hat der Regierungswechsel auf die Arbeit migrantischer Selbstorganisationen?


Diesen und anderen Fragen widmet sich unsere Projektgruppe im Masterstudiengang Osteuropastudien an der Freien Universität Berlin. In unserem Dossier versammeln wir Faktenwissen zu jüngeren Einwanderungsbewegungen und Erfahrungen mit multikulturellen Lebensentwürfen in Polen.


Aus dem Inhalt:

Im „Multikulturellen Zentrum", Anlaufstelle migrantischer Organisationen in Warschau.

Von der Flüchtlingskrise spüren die Aktivisten von der Fundacja dla Somalii (Stiftung für Somalia) in ihrer täglichen Arbeit nichts. Umso verwundeter schauen sie darauf, wie vehement sich die regierende PiS und Teile der Opposition gegen die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen von EU-weiten Quoten wehren und wie mit dem Thema im Sommer 2015 Wahlkampf gemacht worden ist.

Eine Reportage über die muslimische Gemeinde in Breslau

Terroristen sind Gotteslästerer! Wir lassen uns nicht täuschen!" Nicht zu übersehen ist das rote Plakat über der Tür des muslimischen Zentrums. Nach den Anschlägen von Paris im November 2015 wollte die Muslime in Breslau ein Zeichen setzen. „Nicht in unserem Namen!" - unter diesem Motto demonstrierten die Gemeindemitglieder gegen den Terror der selbsternannten Glaubenskrieger.


Das Dossier wird im Rahmen des Sommerfestes des OEI der FU berlin am 22. Juli vorgestellt. Wenn Sie Interesse an einem Exemplar haben, können sie uns gerne über die unten stehende Emailadresse kontaktieren.

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Lukas Latz
Garytraße 55 14195 Berlin