23.03. until 26.03.2017 in Frankfurt/Oder, Slubice, Germany

CfP "Grenzverschiebungen zwischen Religion und Politik in Polen?"

Link to this post: https://www.pol-int.org/en/node/4097

Call for Papers für die Sektion

„Grenzverschiebungen zwischen Religion und Politik in Polen?"

als Vorschlag für den 4. Kongress Polenforschung

Vom 23. bis 26. März 2017 findet in Frankfurt/Oder und in Słubice der 4. Kongress Polenforschung statt. Veranstalter sind das Deutsche Polen-Institut Darmstadt, das Zentrum für Interdisziplinäre Polenforschung an der Viadrina, das Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION und das Deutsch-Polnische Forschungsinstitut am Collegium Polonicum. Übergeordnetes Thema, das insbesondere area und border studies verbindet, ist „Grenzen im Fluss." Weitere Informationen siehe: http://www.polenforschung.de/

Der Grenzbegriff ist bekanntlich nicht allein geographisch zu begreifen. Grenzen im sozialen oder institutionellen Sinne können etwa eine Brückenfunktion einnehmen oder als Barriere exkludierend wirken. Das Verständnis einer trennenden Grenze ist besonders dann präsent, wenn es um formal-rechtliche Regelungen geht, wie sie in allen liberalen Demokratien im Verhältnis von Religion und Politik und dem Trennungsprinzip zum Ausdruck kommen. Zugleich existieren nicht nur in Polen zahlreiche Bereiche der formalisierten oder informellen und mitunter sehr weitreichenden Kooperation zwischen religiösen und politischen Akteuren; auf den ersten Blick ein Widerspruch zwischen normativer bzw. verfassungsmäßiger Grenzziehung und sozio-politischer Realität.

Ausgangspunkt dieser Sektion ist daher die Annahme, dass es verschiedene Arten von Grenzen zwischen Religion und Politik gibt, die sich nicht zwangsläufig simultan verändern. Vor diesen Hintergrund werden hier primär aus sozialwissenschaftlicher und zeithistorischer Perspektive zwei Fragen verfolgt: (1) welche Grenzen zwischen Religion und Politik gibt es in Polen und inwieweit haben sich während der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte verschoben? Inwieweit lässt sich also eine Erweiterung oder eine Reduzierung des politischen Einflusses von religiösen Akteuren, Ideen oder Lehren auf Bereiche der Politik feststellen? Und inwieweit hat (2) die eine oder andere Entwicklung zu einer verstärkten Kooperation, Koexistenz oder zu einem verstärkten Konflikt zwischen religiösen und politischen Akteuren, Institutionen, Ideologien etc. geführt?

Ein Ansatzpunkt, diesen Fragen nachzugehen, ist die Analyse des politischen Wandels in Arenen, die im besonderen Interesse der katholischen Kirche liegen. Dazu gehören in vielen katholisch geprägten Ländern die Bildungspolitik mit der Frage des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, moralpolitische Bereiche wie die Regulierung von Abtreibung, Biotechnologie oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften sowie insbesondere in Polen überdies Fragen der nationalen Identität. Denkbar ist aber auch, Wandel und Kontinuität im Verhältnis zwischen bestimmten Parteien und der polnischen katholischen Kirche in den Blick zu nehmen oder thematisch relevante Diskurse zu analysieren.

Papers sind willkommen, die sich den übergeordneten Frage widmen und klären, wie sie „Grenzen zwischen Religion und Politik" konzeptionell erfassen und anwenden. Die Tagungssprache ist deutsch. Englischsprachige Präsentationen sind in dieser Sektion möglich.

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge (max. 300 Wörter) und einen kurzen CV

bis zum 3. MAI 2016 an ahennig@europa-uni.de.

Sie erhalten Nachricht, sobald die Veranstalter etwa Mitte Juli über das Programm entschieden haben. Im Falle einer Annahme des Panels gelten in formaler Hinsicht die Regeln der Tagung.

Contact

Dr. Anja Hennig