12.12. until 13.12.2013 in Marburg, Germany

Geschlecht und Wissen(schaft) in Ostmitteleuropa

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Geschlechtergeschichte ebenso wie Wissens- und Wissenschaftsgeschichte gehören in den letzten Jahren zum etablierten Repertoire des breiten Feldes historischer und kulturwissenschaftlicher Forschung. Dabei bleiben jedoch vorwiegend nationale Perspektiven und die Fokussierung auf Geschlecht ODER Wissen(schaft) vorherrschend. Die Jahrestagung der Leibniz Graduate School for Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts lädt dazu ein, die unterschiedlichen Aspekte von Wissen, Wissenschaft und Geschlecht unter historischer, wissenssoziologischer und gendertheoretischer Perspektive zu diskutieren und dabei die Regionen des östlichen Europas in die aktuellen Forschungsdiskussionen miteinzubeziehen.

Dabei geht es besonders um die Analyse der prozesshaften Herstellung der Kategorien Wissen und Geschlecht, der knowledge production und des doing gender, sowie um ihre gegenseitigen Verknüpfungen. Die Geschlechterkategorie muss stets im Spannungsverhältnis von Macht und Wissen und vice versa die Wissenskategorie im Spannungsverhältnis von Macht und Geschlecht gedacht werden, um nicht nur die „Frauenfrage“ in die Wissen(schaft)sgeschichte einzubringen, sondern die komplexen Interdependenzen der Kategorien Wissen, Geschlecht und Macht zu analysieren und Wissenschaft ebenso wie Zweigeschlechtlichkeit kritisch zu denken. Der Institution Wissenschaft kommt dabei eine besondere Rolle zu, da die Wissensproduktion über Geschlecht sich im historischen Wandel je unterschiedlich in ihr manifestiert. Es wird deutlich, dass sich dabei verschiedene ExpertInnen- und Wissenskulturen, travelling concepts – wandernde Konzepte der Geschlechterkonstruktion sowie Wege und Methoden des Wissenstransfers in Ostmitteleuropa rekonstruieren lassen. Die Jahrestagung soll ein Forum bieten, um diese Interdependenzen des Schaffens von Wissen und Geschlecht in historischer Perspektive zu untersuchen und anhand unterschiedlicher empirischer, methodischer und theoretischer Beiträge zu diskutieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert bis heute, Beiträge aus anderen Epochen sind aber ebenfalls willkommen. Der räumliche Fokus liegt auf Ostmitteleuropa, vergleichende Perspektiven aus anderen geographisch-politischen Zusammenhängen sind sehr erwünscht.

Organisation: Prof. Dr. Claudia Kraft, Prof. Dr. Peter Haslinger, Ina Alber, M.A., Stanislava Kolková, M.A., Kinga Kuligowska, M.A.Programme

  • Geschlecht und Wissen(schaft) in Ostmitteleuropa

    Reported by M.A. Christoph Maisch M.A. Jennifer Ramme