15.03. until 16.03.2020 in Frankfurt am Main , Germany

Transitions – Zwischenzeiten - Zur jüdischen Diaspora in Europ

  • 15.03. until 16.03.2020
  • Event languages: German, English
  • Jüdisches Museum Frankfurt
  • Event location: Jüdisches Museum Frankfurt am Main
  • Type of Event: Conference

Link to this post: https://www.pol-int.org/en/node/8301

ENGLISH VERSION SEE BELOW

ZWISCHENZEITEN – ZUR JÜDISCHEN DIASPORA IN EUROPA

In den vergangenen zehn Jahren wurden in verschiedenen europäischen Städten Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübt und Jüdinnen und Juden verbal, symbolisch und gewalttätig attackiert. Vor diesem Hintergrund unternimmt das Jüdische Museum Frankfurt im Jahr seiner Wiedereröffnung eine Bestandsaufnahme jüdischen Lebens in Europa.
Das Symposium reflektiert die paradoxalen Entwicklungen, die die europäisch-jüdische Diaspora kennzeichnen: auf der einen Seite ist jüdisches Leben zunehmend bedroht und die Mitgliedszahlen in den Jüdischen Gemeinden gehen europaweit zurück. Auf der anderen Seite artikulieren mehr und mehr junge Jüdinnen und Juden ihr Jüdischsein selbstbewusst in der Öffentlichkeit und sorgen so dafür, dass die Pluralität jüdischer Stimmen in Europa immer sichtbarer wird.
Ist Europa ein kultureller und politischer Raum, in dem sich jüdisches Leben ebenso wie in den USA und in Israel entfalten kann oder ist die jüdische Diaspora auf dem Kontinent im Schwinden begriffen? Welche Rahmenbedingungen müssen gesichert oder geschaffen werden, damit Jüdinnen und Juden weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen können? Und welche Rolle kommt Jüdischen Museen dabei zu?
Mit dem eineinhalbtätigen Symposium möchte das Jüdische Museum zu einer differenzierten Diskussion über die aktuelle Situation von Jüdinnen und Juden beitragen und wissenschaftliche Diskurse mit Reflexionen über gesellschaftspolitische Entwicklungen verbinden. Angesichts der bedrohlichen Atmosphäre, der Jüdinnen und Juden in Europa ausgesetzt sind, bietet das Symposium eine Plattform für Visionen, die einem zukünftigen Zusammenleben und einer jüdischen Zukunft in Europa den Weg bahnen sollen.

15. – 16. März 2020
Kammerspiele, Schauspiel Frankfurt
Neue Mainzer Straße 15, 60311 Frankfurt am Main
Eintritt frei , alle Beiträge werden simultan deutsch/englisch
Anmeldung bis zum 15. Februar 2020 an: info@juedischesmuseum.de

Das Symposium wird gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

TRANSITIONS – THE JEWISH DIASPORA IN EUROPE

The past ten years have seen attacks on Jewish institutions in various European cities, and Jews have been verbally and physically attacked with violence. In the year of its reopening, the Jewish Museum Frankfurt is consequently evaluating the situation of Jewish life in Europe.
The symposium reflects on the paradoxical developments characteristic of the European Jewish diaspora. On the one hand, Jewish life is increasingly at risk while organized membership of Jewish Communities is decreasing across Europe. On the other hand, growing numbers of young Jews are openly articulating their Jewishness, contributing to raising the visibility of the multiple Jewish voices in Europe.
Is Europe a cultural and political space in which Jewish life can flourish just as it does in the United States and Israel, or is the Jewish diaspora on the European continent in the process of disappearing? Which frame conditions have to be secured or created for Jews to continue living an autonomous life? And what role should Jewish museums play here?
The Jewish Museum is organizing this symposium over a day and a half to contribute to a differentiated discussion on the present situation of Jews and to combine expert discourse with reflections on social and political developments. Given the atmosphere of threat to which Jews in Europe are exposed, the symposium offers a platform for visions that should pave the way for future coexistence and a Jewish future in Europe.

March 15–16, 2020
Admission free, all contributions will be simultaneously translated into German/English
Registration until February 15, 2020 an: info@juedischesmuseum.de

The symposium is sponsored by the Foundation Remembrance, Responsibility and Future

Programm

ENGLISH PROGRAM BELOW

JÜDISCHE GEGENWART IN EUROPA
Sonntag 15.03.2020 / 15.00 Uhr
Die Vielfalt der jüdischen Kultur wurde in Zentral- und Osteuropa durch die Schoa an den meisten Orten gewaltsam beendet. Dennoch entstand auch hier nach 1945 neues jüdisches Leben. Französische und britische Großstädte wurden zu Zentren einer pluralen jüdischen Kultur. Andernorts, wie etwa in Deutschland oder Ungarn, fand diese Entwicklung erst um die Jahrtausendwende statt. Wie ist die Situation an den verschiedenen Orten heute? Kann sich jüdisches Leben in der europäischen Diaspora behaupten?

Begrüßung: Mirjam Wenzel Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt
Grußwort: Lucia Puttrich Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes beim Bund - Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"

Mit Beiträgen von: Alfred Bodenheimer (Prof. für Religionsgeschichte und Literatur des Judentums, Universität Basel), Michael Brenner (Prof. für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig- Maximilians-Universität München sowie Direktor des Center for Israel Studies an der American-University in Washington, D.C.), Diana Pinto (Historikerin, Paris) und Bernhard Wasserstein (Corresponding Fellow der British Academy, Prof. em. of Modern European Jewish History, University of Chicago)
Moderation: Mirjam Wenzel

ZWISCHENZEITEN – ZUR JÜDISCHEN DIASPORA IN EUROPA
Sonntag 15.03.2020 / 19.00 Uhr

Ein Gespräch mit Fania Oz-Salzberger (Prof. für Geschichte, Haifa University, Leiterin des Posen Research Forum for Political Thought und des Haifa Center for German and European Studies, Haifa University) und Doron Rabinovici (Schriftsteller und Historiker, Wien)
Moderation: Ruth Fühner

JÜDISCHE MUSEEN – EIN DRITTER ORT JÜDISCHEN LEBENS?
Montag, 16.03.2020 / 9.00 Uhr
Jüdische Museen in Europa bewahren die Zeugnisse vergangenen jüdischen Lebens und fungieren vielerorts als Gedächtniseinrichtungen für eine jüdische Kultur, die so heute an Ort und Stelle nicht mehr existiert. Welches Verhältnis haben sie zu gegenwärtigem jüdischen Leben in Europa? Tragen sie zur Stärkung jüdischer Selbstverständnisse bei? Welche Bedürfnisse werden an sie herangetragen und wie reagieren sie darauf?

Mit Beiträgen von: Emily D. Bilski (freie Kuratorin, Jerusalem), Hanno Loewy (Direktor des Jüdischen Museums Hohenems), Joanne Rosenthal (freie Kuratorin, Sheffield), Dariusz Stola (designierter Direktor des POLIN Museum der Geschichte der polnischen Juden, Warschau) und Zsuzsanna Toronyi (Direktorin des Ungarischen Jüdischen Museums und Archivs, Budapest)
Moderation: Werner Hanak (Stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt)

Das Panel ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe „Zwischen Identität und Diversität: Jüdische Museen und nationale Geschichtspolitiken in Europa", eine Kooperation der Jüdischen Museen Augsburg, Berlin, Franken, Frankfurt, Hohenems und München sowie des NS-Dokumentationszentrums München und des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.

RECHTLICHE ENTWICKLUNGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN
Montag, 16.03.2020 / 13.00 Uhr
Die jüdische Religionspraxis setzt das Recht auf uneingeschränkte Religionsfreiheit voraus. Im Laufe der europäischen Geschichte wurde Jüdinnen und Juden dieses Recht immer wieder entzogen. Auch gegenwärtig werden bestimmte religiöse Praktiken – insbesondere das Schächten und die Beschneidung – in manchen europäischen Ländern kritisiert und eingeschränkt. Welchen Schutz bietet europäisches Recht den Jüdinnen und Juden in ihrer Religionspraxis? Wo ist sie gefährdet? Welche Rückschlüsse lassen sich aus juristischen Debatten für eine jüdische Zukunft in Europa ziehen?

Mit Beiträgen von: Nicola Beer (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments), Yohan Benizri (Generalsekretär des Coordina ting Committee of Jewish Organizations in Belgium, Brüssel) und Grégor Puppinck (Direktor des European Center for Law and Justice, Straßburg)

DIE ZUKUNFT DER JÜDISCHEN DIASPORA
Montag, 16.03.2020 / 15.30 Uhr
Europaweit treten neue jüdische Stimmen an die Öffentlichkeit und artikulieren mit zunehmender Selbstverständlichkeit ein plurales und dezidiert diasporisches Selbstbewusstsein. Zugleich reagieren Jüdinnen und Juden auf den ansteigenden Judenhass, indem sie sich für eine Auswanderung entscheiden. Wie sind diese widersprüchlichen Entwicklungen im Hinblick auf eine jüdische Zukunft in Europa zu bewerten? Welche Rolle spielen sie für das Selbstverständnis einzelner?

Ein Beitrag von: Michel Friedman (Publizist, Philosoph, Rechtsanwalt und Geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies an der University of Applied Sciences, Frankfurt am Main)
Gesprächsrunde mit: Laura Cazés (Psychologin, Frankfurt), Chaim Guski (Blogger, Gelsenkirchen), Gila Lustiger (Schriftstellerin, Paris), Yves Kugelmann (Journalist, Basel), Zsofia Kata Vincze (Aktivistin, Budapest) und Anna Schapiro (Künstlerin, Paris)
Moderation: Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt) und Sara Soussan (Kuratorin für jüdische Kulturen der Gegenwart am Jüdischen Museum Frankfurt)

RESÜMEE UND ENDE DES SYMPOSIUMS
Montag, 16.03.2020 / 17.30 Uhr

JEWISH LIFE IN EUROPE TODAY
Sunday, March 15, 2020 / 3 p.m.
The diversity of Jewish culture in most of Central and Eastern Europe came to a violent end with the Shoah. Nonetheless, Jewish life began to re-emerge here after 1945. Major French and British cities became centers of a pluralistic Jewish culture. But in some places like Germany and Hungary this only started happening after the year 2000. What is the situation in the different places today? Can Jewish life assert itself in the European diaspora?

Opening remarks: Mirjam Wenzel Director of the Jewish Museum Frankfurt
Welcome speech: Lucia Puttrich Hessian Minister for Federal and European Affairs, and representative of the Land Hessen at the federal level - Member of the Board of Trustees, EVZ Foundation

Contributors: Alfred Bodenheimer (Professor of the History of Jewish Religion and Literature, University of Basel), Michael Brenner (Professor of Jewish History and Culture at Ludwig Maximilian University Munich and director of the Center for Israel Studies at the American University in Washington, D.C.), Diana Pinto (historian, Paris), and Bernhard Wasserstein (Corresponding Fellow of the British Academy, professor emeritus of Modern European Jewish History, University of Chicago)
Moderation: Mirjam Wenzel

TRANSITIONS – THE JEWISH DIASPORA IN EUROPE
Sunday, March 15, 2020 / 7 p.m.

In conversation: Fania Oz-Salzberger (Professor of History, Haifa University, director of Posen Research Forum for Political Thought and the Haifa Center for German and European Studies, Haifa University) and Doron Rabinovici (writer and historian, Vienna)
Moderation: Ruth Fühner

JEWISH MUSEUMS – A THIRD PLACE FOR JEWISH LIFE?
Monday, March 16, 2020 / 9 a.m.
Jewish museums in Europe preserve the testimonies of past Jewish life and act in many places as institutions of remembrance of a Jewish culture that no longer exists there as it once did. What is the museums' relationship to Jewish life in Europe today? Do they help to empower Jewish self-conception? Which needs are they expected to meet, and how do they react to this?

Contributors: Emily D. Bilski (freelance curator, Jerusalem), Hanno Loewy (Director of the Jewish Museum Hohenems), Joanne Rosenthal (freelance curator, Sheffield), Dariusz Stola (Director-elect of the POLIN Museum of the History of Polish Jews, Warsaw), and Zsuzsanna Toronyi (Director of the Hungarian Jewish Museum and Archives, Budapest)
Moderation: Werner Hanak (Deputy director of the Jewish Museum Frankfurt)

This panel is part of a collaborative event series, Between Identity and Diversity: Jewish Museums and National Political Histories in Europe, organized by the Jewish Museums in Augsburg, Berlin, Franken, Frankfurt, Hohenems and Munich, together with the NS-Dokumentationszentrum Munich and the Institute for the History of the German Jews in Hamburg.

LEGAL DEVELOPMENTS AND FRAME CONDITIONS
Monday, March 16, 2020 / 1 p.m.
Jewish religious practice is premised on the right of unconditional religious freedom. Jewish men and women have repeatedly been deprived of this right in the course of European history. Even today, specific religious practices, particularly kosher slaughter and circumcision, are criticized and restricted in some European countries. What protection does European law offer practicing Jews? Where is this at risk? Which conclusions for a Jewish future in Europe can be drawn from legal debates?

Contributors: Nicola Beer (Vice-President of the European Parliament), Yohan Benizri (Secretary general of the Coordinating Committee of Jewish Organizations in Belgium, Brussels), and Grégor Puppinck (Director of the European Center for Law and Justice, Strasbourg)

THE FUTURE OF THE JEWISH DIASPORA
Monday, March 16, 2020 / 3.30 p.m.
All over Europe new Jewish voices are speaking out publicly and with growing confidence, articulating a pluralistic and decisively diasporic image of themselves. At the same time, some Jews are reacting to the rise in anti-Jewish hatred by choosing to emigrate. How can we evaluate these contradictory developments with respect to a Jewish future in Europe? Which role do they play for the way individuals see themselves?

With a contribution from: Michel Friedman ((journalist, philosopher, lawyer and managing director of the Center for Applied European Studies at the University of Applied Sciences, Frankfurt am Main)
and a discussion between: Laura Cazés (psychologist, Frankfurt), Chaim Guski (blogger, Gelsenkirchen), Gila Lustiger (writer, Paris), Yves Kugelmann (journalist, Basel), Zsofia Kata Vincze (campaigner, Budapest), and Anna Schapiro (artist, Berlin)
Moderation: Mirjam Wenzel (Director of the Jewish Museum Frankfurt) and Sara Soussan (curator for contemporary Jewish cultures at the Jewish Museum Frankfurt)

SUMMING-UP AND END OF THE SYMPOSIUM
Monday, March 16, 2020 / 5.30 p.m.

Contact

Janis Lutz
Stadtverwaltung – Amt 45J Postfach, 60275 Frankfurt am Main