Sammelband

Ulrich Schmid (Hg.) (2014)

Schwert, Kreuz und Adler. Die Ästhetik des nationalistischen Diskurses in Polen (1926−1939)

Verlag Harrassowitz Verlag
Erscheinungsort Wiesbaden
Seitenzahl(en) 584
Reihe Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts
Sprache Deutsch

ISBN: 978-3-447-10047-2

In der Aufarbeitung der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist bisher vor allem der Opferstatus Polens betont worden. Diese Sicht ist zwar über weite Strecken zutreffend, bleibt aber blind für die Tatsache, dass Polen nach dem Maiputsch von 1926 über ein autoritäres Regime verfügte, das sich auf einen nationalistischen Konsens stützen konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich Polen in kurzer Zeit von einem von fremden Mächten okkupierten Territorium zu einem autonomen Staat mit imperialen Ansprüchen gewandelt. Allerdings herrschte ein Gefühl der Benachteiligung vor. Eine offene Wunde war der schmale Ostseezugang bei Gdynia, außerdem blieben auch die litauische und die ukrainische Frage ungeklärt. Nationalistische Eroberungskriege wie die Okkupation Wilnas oder Piłsudskis abenteuerlicher Feldzug nach Kiew stießen in der polnischen Öffentlichkeit auf breite Zustimmung. Das vorliegende Buch untersucht die Rolle verschiedener Institutionen (Staat, Kirche, Zeitschriften) bei der Herausbildung des nationalistischen Gesellschaftsprojekts im Polen der Zwischenkriegszeit. Anschließend werden die Ausprägungen dieses Diskurses in Literatur, Malerei, bildender Kunst und Architektur nachgezeichnet. Dabei zeigt sich, dass die polnische Nation als organischer Körper konstruiert wurde, der über eine heroische Biographie und einen idyllisch verklärten Lebensraum verfügt.

Ulrich Schmid ist Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen.

Weitere Informationen, Inhaltsverzeichnis:

http://www.deutsches-polen-institut.de/publikationen/reihe-veroeffentlichungen-des-dpi/schwert-kreuz-und-adler/

  • Schwert, Kreuz und Adler. Die Ästhetik des nationalistischen Diskurses in Polen (1926−1939)

    Rezensiert von Dr. Paul Srodecki