Sammelband

Deutsches Polen-Institut, Darmstadt (2017)

Jahrbuch Polen 2017. Politik

Verlag Herrassowitz
Erscheinungsort Wiesbaden
Seitenzahl(en) 215
Reihe Jahrbuch Polen
Sprache Deutsch

ISBN: 1863-0278

Seit den letzten Parlamentswahlen und der Etablierung der neuen Regierung von Premierministerin Beata Szydło ist die polnische Politik wieder in aller Munde. Das rigorose politische Durchgreifen der mit absoluter Mehrheit regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość, PiS) überraschte nicht nur die eigenen Anhänger, sondern auch die Öffentlichkeit im In- und Ausland, politische Beobachter, Medien und die seitdem darnieder liegende Opposition. Beobachter gewinnen den Eindruck, bei dem sogenannten „guten Wandel" (dobra zmiana) handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Machtwechsel, sondern um einen Systemwandel, bei dem die bisher mühsam erarbeiteten Grundlagen des demokratischen politischen Systems systematisch beschädigt und teilweise ausgehebelt werden sollen.

Das aktuelle Jahrbuch Polen 2017 Politik kann und will die sich täglich wandelnde Situation weder nachbilden noch zeitnah kommentieren; es zielt eher darauf ab, den deutschsprachigen Lesern einen verlässlichen Kompass durch die Mäander der polnischen politischen Szenerie zu geben und dabei durchaus auch die aktuelle Lage zu beurteilen. Da ist zunächst eine begriffliche Zuordnung wichtig – was ist in Polen links, was ist rechts auf der politischen Bühne? Wo verlaufen die politischen und gesellschaftlichen Gräben? Welche Rolle spielen heute noch Begriffe wie Liberalismus, Konservatismus oder Linke im polnischen Diskurs? Was sagt dazu die einflussreiche katholische Kirche? Aus welchen Quellen schöpft die polnische nationale wie staatsbürgerliche Identität?

Antworten auf diese Fragen geben unsere AutorInnen - Agata Bielik-Robson, Piotr Buras, Gerhard Gnauck, Andrzej Leder, Michał Sutowski, Reinhold Vetter u.a. Einen kleinen Schwerpunkt bilden Texte zur aktuellen polnischen Geschichtspolitik (Klaus Bachmann, Tomasz Stefanek und Lech M. Nijakowski). Neben nachdenklichen Essays findet der Leser im Jahrbuch auch spannende Gespräche mit Marcin Król und Sławomir Sierakowski, eine Reportage von Dagmara Dzierzan und Literaturfragmente von Janusz Głowacki und Andrzej Horubała.